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"Schwarmverhalten" bei Salmlern?

6.03.05  von Peter Hilt

Sowohl im Internet als auch in der einschlägigen Fachliteratur liest man immer wieder davon, dass man Salmler möglichst im “Schwarm” halten soll, da sie nur dann ihr “arttypisches Schwarmverhalten” an den Tag legen sollen.

Gruppe Rote Neon

dieses Verhalten zeigen Rote Neon nur, wenn sie beunruhigt sind.

Nun hab ich in meiner über zwanzigjährigen aquaristischen Laufbahn schon einige Salmler pflegen können.
Einige, so zum Beispiel Rotflossensalmler zeigen in ihrer Jugend sehr wohl einen recht großen Zusammenhalt der Gruppe. Das Verhalten, das dort zu beobachten ist, sollte aber eher als “Zusammenschluss zu Schulen” bezeichnet werden und hat wohl recht wenig mit dem echten Schwarmverhalten, das Heringe oder Sardinen zeigen, zu tun.
Die meisten von mir bisher gepflegten Salmler verteidigen auch mit zunehmendem Alter ein mehr oder weniger groß angelegtes Revier. Sie rotten sich nur noch stärker zusammen, wenn sie entweder durch größere “Feindfische” oder das Fangnetz in der Pflegerhand beunruhigt werden.

Inpaichthys kerri

bei Königssalmlern ist gibt es so gut wie kein Schwarmverhalten

Bei einigen Arten ist dieses Revierverhalten durchaus mit dem der Apistogramma zu vergleichen. So sind ausgewachsene, dominante Inpaichthys kerri manchmal zu anderen männlichen Artgenossen dermaßen ruppig, dass dem Pfleger nichts anderes übrigbleibt, als nach einer anderen Behausung für die unterlegenen Tiere zu suchen.
Ich halte diese Art in einem 60cm-Aquarium, wobei ich zu einem großen Männchen 4-5 Weibchen setze.
In einem solchen Aquarium kommen auch immer wieder Jungfische durch, so sie denn genügend Deckung in Form von Javamoos oder ähnlichem finden.

H.rosaceus Männchen

Schmucksalmler verteilen sich normalerweise über das ganze Aquarium

Fehlen diese Reize, so verteilen sich die Fische in losen Grüppchen im ganzen ihnen zur Verfügung stehenden Wasserkörper.
Erzeugt man eine kräftige Strömung, so ist bei manchen Arten zu beobachten, dass sie sich im Trupp immer wieder gegen den Strom kämpfen, was aber auch nichts mit dem “Echten” Schwarmverhalten zu tun hat.
Meiner Ansicht nach handelt es sich bei dem vielzitierten “Schwarmverhalten” der Salmler also eher um ein auch bei Flussbarschen zu findendes Phänomen. Man sollte also richtigerweise von Schulen oder Rudeln sprechen.

Gerüchte und Halbwarheiten

Folgendes fand ich auf einer Schülerseite . Da kann man ja noch beide Augen zudrücken. Unkommentiert kann man es aber so nicht stehen lassen.

Salmler sind Schwarmfische und stammen aus Südamerika.

Weder sind Salmler immer Schwarmfische (siehe oben und DRTA-Archiv ), noch stammen sie alle aus Südamerika. Kongosalmler, die gelben wie die blauen, stammen aus Afrika. Ebenso eine ganze Reihe anderer Afrikanischer Salmler

Sie sind sehr klein, dafür aber farbenprächtigt.

Einige werden, ganz im Gegenteil, recht groß.
Salmler werden zwischen 2cm und 1,20m groß. Sehr klein ist das nicht mehr. ;-)

Salmer ziehen in gemischten oder geordneten Schwärmen durch ihre heimmischen Gewässer.

Das kann sicher mal passieren.
Menschen tun das auch manchmal. ;-)

Einen Salmler erkennt man an einer kleinen Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse (Fettflosse).

Es gibt welche mit (viele Arten) und ohne (z.B. Kupfersalmler) Fettflosse.
Außerdem gibt es auch ganz viele andere Fische, die eine Fettflosse haben, z.B. viele Welse und alle Salmoniden(Lachsartige).

Eine sehr interessante Diskussion zum Thema hat auch mal im Zierfischforum stattgefunden.

Dieser Artikel ist in DATZ/AP 6/2005 erschienen.
AP6-2005

 

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