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Inpaichthys kerri / Königssalmler

13.01.05  von Peter Hilt

Inpaichthys kerri GÉRY und JUNK, 1977

(Königssalmler oder auch Blauer Kaisertetra)

Inpaichthys kerry

Taxonomie

o- Klasse: Knochenfische Teleostomi (=Osteichthyes)
`+-Unterklasse: Strahlenflosser Actionpterygii
.`+-Ü.Ordnung: Echte Knochenfische Teleostei
..`+-Ordnung: Salmlerartige Characiformes
....`+-Unterordnung: Salmlerverwandte Characoidei
......`+-Familie: Echte Salmler Characidae
........`+-Unterfamilie: Tetragonopterinae
..........`+-Gattung: Inpaichthys
............`o-Art: kerri Géry und Junk, 1977

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Allgemeines

Die aus Südamerika (oberen Rio Aripuana , einem rechtsseitigen Nebenfluss des Rio Madeira im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso) stammenden Königssalmler werden etwa 5cm groß. Die Männchen besetzen ein kleines Revier, in dem mit laichbereiten Weibchen abgelaicht wird. Die Schwarmbildung ist bei dieser Art nicht sehr ausgeprägt.

Der Gattungsname Inpaichthys ist ein Ableitung vom Kürzel der brasilianischen Indianerschutzbehörde INPA.

Der Gattungsname Inpaichthys ist eine Ableitung vom Kürzel INPA (Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia) welches die Biodiversität Amazoniens untersucht. Der Artname wurde zu Ehren des damaligen INPA-Direktors Dr. Warwick Estevan Kerr gewählt.

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- der Lapis Tetra ist im Handel manchmal unter Inpaichthys sp. “Belém” zu finden.
Die Gattung war bisher nur mit einer Art gesegnet und wenn Vater und Sohn Hoffmann Recht behalten, wird sie es auch vorerst bleiben.
Die Fa. Aquarium Glaser / Rodgau hat Anfang des Jahres 2002 von einem Zierfischexporteur aus der brasilianischen Stadt Belém einen Salmler unter dem Handelsnamen “Lapis Tetra” erhalten. Neu importiert: der Lapis Tetra, Inpaichthys sp.

Der Königssalmler frisst alles, was durch Bewegung den Fresstrieb anregt und ins Maul passt. Auch Laichkörner anderer Arten werden gerne genommen.

Die Geschlechter kann man einfach anhand der Färbung der Fettflosse auseinander halten. Diese ist beim Männchen hellblau, beim Weibchen rot gefärbt.

Die silbrig-blaue Farbe der Männchen entwichelt sich am besten in weichem Wasser, in dem sich die Tiere Naturgemäß am wohlsten fühlen.

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Erfahrungen

Mitte Oktober 2003 erhielt ich von einem Bekannten beim Besuch seines Aquarienkellers drei Königssalmler, die bei ihm als Restbestand in einem Sammelaquarium schwammen. Es handelte sich bei dem kleinen Trupp um ein ausgewachsenes Männchen und zwei ebensolche Weibchen.
Zuhause angekommen, bezogen sie sogleich ein 50-Zentimeter-Aquarium. Dieses Becken war zu dieser Zeit unbesetzt, nur diverse Schnecken belebten es etwas. Eingerichtet war es mit einem kleinen Schaumstoffmattenfilter, der mit Luftheber betrieben wird, mit etwa 2cm Sandboden, einem Busch Javafarn und einem großen Kissen aus Javamoos.
Nachdem ich die Fische eine Weile mit verschiedenen Mückenlarven, Trockenfutter und frisch gefangenen Hüpferlingen gefüttert habe, wurde bei den beiden Weibchen ein deutlicher Laichansatz erkennbar.

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Geschlechtsunterschiede

Männchen und Weibchen sind auch ohne “Schwangerschaftsanzeichen” gut voneinander zu unterscheiden, da die Männchen etwas größer sind, bläulich schimmern und die Fettflosse eher bläulich-weiß ist (Siehe Foto), wogegen die Fettflosse der Weibchen rot ist.

Vermehrung

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Wasserwerte
Ablaichverhalten
Aufzucht der Jungfische

Buntes Treiben

Wärend der nächsten Tage konnte ich in schöner Regelmäßigkeit heftiges Balzen beobachten.
Also fing ich die Königssalmler aus ihrem Domizil und überführte sie nach einer bei mir altbewärten Methode in ein 40cm-Zuchtaquarium, das mit Laichnetz und Javamoos als Laichsubstrat ausgestattet ist.
Nach 5 Tagen brach ich diesen Versuch ab, da die Salmler ihr im Hälterungsaquarium so schön zu beobachtende Balzspiel jetzt im Zuchtbecken ganz eingestellt hatten. Sie bezogen also wieder ihr altes Becken und wurden sofort wieder gefüttert.
In den darauf folgenden Tagen begann das Balzspiel von neuem. Diesmal beließ ich aber die Fische im Hälterungsbecken.

Wasserwerte:
pH 7,0
KH 4°dH
GH 8°dH
26°C

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Männchen besetzt ein Revier

Das Männchen hatte eine Art Revier im Bereich des Javamooskissens bezogen, in dessen Nähe er die Weibchen nur wärend der “heißen Phase” des Balzspiels ließ.
Am 9. November entdeckte ich dann morgens beim Füttern den ersten Laich im Gestrüpp. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr als 15 bis 20 Eier im Dickicht ausmachen, da einfach zuviel Javamoos für einen guten Durchblick in dem Becken wächst. Wieviele es also wirklich waren, lässt sich noch nicht einmal schätzen.
Leider konnte ich am nächsten Tag auch nur noch verpilzte, also abgestorbene Laichkörner finden.

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Überraschung

Ich hatte die erfolgreiche Vermehrung dieser schönen Salmler schon fast abgeschrieben, als am 27. November dann beim Füttern 3 winzige, etwa 4mm messende “Glassplitterchen” am Rand des Javamooses herumhüpften. Offenbar hatten die Königssalmler in letzter Zeid doch noch erfolgreich abgelaicht, ich hatte es aber nur nicht bemerkt.
Die Eltern wurden kurzerhand in ein anderes Aquarium umquartiert und ich fütterte die schon frei schwimmenden Jungen mit frischen Artemianauplien, die diejenigen, die ich sehen konnte, auch gerne nahmen.
Nach und nach konnte ich zwar noch mehr als die erwähnten 3 Jungfische sehen, es waren aber auf einmal nie mehr als 5 Stück, die sich aus dem Moos trauten.

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Aufzucht

Königssalmler-Männchen, 3 Monate alt

3 Monate alter Fisch.

Mit zunehmender Größe passte ich auch den Speiseplan an, wobei ich auch Hüpferlinge, feines Trockenfutter und später auch kleine schwarze Mückenlarven verfütterte.
Bei so wenigen Jungfischen lässt sich die Futterration nur sehr schlecht abschätzen. Ich benutzte, so lange die Fische noch sehr klein waren, zum Füttern eine 20ml fassende Spritze, auf die ich einen dünnen Luftschlauch aufgesteckt habe. Damit ziehe ich die gewässerten Futtertiere auf und bringe sie so nahe wie möglich an die Jungfische heran. Das hat den Vorteil, dass nicht so viel Futter im Aufzuchtbecken vergammeln kann und damit die Wasserqualität negativ beeinflusst.
Etwa 8 Wochen, nachdem ich die ersten Fischlarven im Aquarium entdeckt habe, waren die Jungfische auf etwa 16 bis 18mm herangewachsen. Es waren insgesamt 13 Stück, die jetzt natürlich gut zu zählen sind. Es ist zwar eine magere Ausbeute, diese 13 sind aber gesund und mein Bestand ist vorerst gesichert.

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Immer wieder Jungfische

Seit der ersten Vermehrung in meinen Wassern tauchen immer wieder einige Jungfische im Elternbecken auf. Ich füttere sie nicht extra.
Mit dieser Methode “Daueransatz” sind hier nun schon über 80 Jungfische groß geworden.
Mein Bestand ist also wohl auf Dauer gesichert, wenn nicht irgend ein Unfall passiert. :-)

Literatur

Géry, J. & W.J. Junk (1977): Inpaichthys kerri n. g. n. sp., um novo peixe caracideo do alto Rio Aripuana, Mato Grosso, Brasil. Acta Amazonica 7(3): 417-422

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Inpaichthys kerry
Inpaichthys kerry in der Fishbase

Inpaichthys kerri auf der französischen Seite von Philippe Chevoleau

 

. o O * top * O o .

 

  1. am 23.01.06 schrieb Hans Esterbauer :

    Sehr geehrter Herr Hilt-Klein,



    wir bitten Sie auf das höflichste um Genehmigung, ihren ausgezeichneten Bericht "Inpaichthys kerri / Königssalmler", den sie in der hervorragenden Homepage "http://aquadings.de" veröffentlicht haben, in unserer ATInfo, die jedes Mitglied kostenlos erhält, gegen Quellenangabe und Belegexemplare nachdrucken zu dürfen.



    Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei der "Aquarien-Terrarien-Information" um keine gewerbliche, sondern um eine rein ideelle Zeitung handelt, die von ehrenamtlichen Redakteuren gestaltet wird. Für veröffentlichte Arbeiten kann daher leider kein Honorar bezahlt werden kann. Jeder Autor erhält jedoch die gewünschte Zahl an Belegexemplar zugestellt. Sie können sich über uns unter www.ooevvoe.at ausführlich informieren.



    Wir bedanken uns schon im voraus für ihre Bemühungen und verbleiben


    mit freundlichen Grüssen

    Hans ESTERBAUER

    Konsulent der o. ö. Landesregierung
    Präsident des OÖVVÖ
    Chefredakteur der ATInfo
    [Adresse wegen Spamschutz entfernt] website: www.ooevvoe.at



  2. am 21.08.06 schrieb Thomas Brose :

    die oben angesprochene Indianerbehörde aus Brasilien heißt FUNAI und nicht INPA. INPA ist das nationale Forschungsinstitut für Amazonien in Manaus.

    Viele Grüße

    Thomas Brose



  3. am 10.10.14 schrieb Achim22 :

    Hallo, ist die Seite noch in betrieb? Ich würde gerne zwei Seiten für die Linkliste vorschlagen, finde jedoch kein Impressum.

    Hier die Links, die ich gerade Neulingen in der Aquaristik nahelegen möchte:

    www.wirbellosen-aquarium.de/garnelen/haltung/vergesellschaftung-fische/
    www.aquarium-ratgeber.com/technik.html]Aquarien

    Die Links gehen nicht, klickt auf meinen Namen:




  4. am 10.10.14 schrieb Achim22 :

    Hier der Link zu der zweiten Website mit dem Aquarium Ratgeber unter Klick auf meinen Namen:




  5. am 10.10.14 schrieb Peter :

    Hallo Achim,
    der Link zum Impressum, der auf der rechten Seite unter dem Suchfeld platziert ist, funktioniert. :-)
    Wie Du Links in den Kommentar einbinden kannst, kannst Du hier nachlesen.

    www.wirbellosen-aquarium.de

    Viele Grüße Peter



  6. am 5.06.16 schrieb Thorsten :

    Königssalmler haben ähnliche wie die noch auffälligeren Neonsalmler eine prächtige schuppige Haut, kaum zu glauben, dass sie es als Tarnung nehmen, wenn sie sich nicht bewegen. Ich mag deinen Artikel. Gut beobachtet. Weiter so.




  7. am 4.08.16 schrieb Lewi :

    Hammer wie schnell diese Fische heranwachsen und wie schnell sie sich einfach vermehren.




  8. am 6.08.16 schrieb Marcel :

    Eure Webseite gefällt mir ausgesprochen gut.
    Dazu noch interessante Beiträge mit nützlichem Kontent.
    Macht weiter so, ich wünsche euch noch viel Erfolg.

    mfg. Marcel




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