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Gastbeitrag: Dermogenys pusillus / Halbschnabelhechtling

8.09.05  von Jürgen Lauer

Gastbeitrag von Jürgen Lauer.

Den nachfolgenden Bericht mit “Zuchtbericht” zu überschreiben wäre etwas vermessen.
Es soll kein wissenschaftlich fundierte Zuchtbericht sein, sondern lediglich meine ersten Erfahrungen mit den Halbschnabelhechtlingen wiederspiegeln.

Halbschnabelhechtling

Foto© Henry Buchmann

Im Frühjahr 2005 fand unser diesjähriges Züchtertreffen (VDA, Bezirk 13) unter dem Thema “Lebendgebärende” statt.

Was mich außer dem sehr informativen Vortrag erfreute, war die Tatsache, dass der Referent (Dieter Bork)
verschiedene Nachzuchten außergewöhnlicher Lebendgebärender bei sich hatte und bereit war abzugeben.

So erwarb ich 4 halbwüchsige, mir völlig unbekannte Halbschnabelhechtlinge ( Dermogenys pusillus ).

Zu Hause bezogen sie dann ein ca. 90 Liter fassendes Zuchtbecken, das bis dahin nur von einer Gruppe Rineloricaria sp. bewohnt war.
Danach durchstöberte ich das Internet nach Informationen zu Halbschnäblern.

Was ich da überwiegend las, stimmte mich nicht gerade erfreut:

Futterfragen

Am nächsten Tag stellte sich mir natürlich die Frage, wo bekomme ich jetzt passendes Lebendfutter her?
Mir fiel nichts ein und ich gab deshalb einfach ein paar Futterflocken in das Halbschnäblerbecken. Und siehe da: die angeblich nur mit Lebendfutter zu ernährenden Fische fraßen gierig die Flocken.
In den darauf folgenden Tagen gab ich dann Granulatfutter und Frostfutter dazu. Und es wurde alles ohne wenn und aber gefressen und die Fische wuchsen prächtig heran.

Somit war die erste Hürde schon einmal geschafft – Glück gehabt.

Zuchtbemühungen

Jetzt wollte ich natürlich auch Nachwuchs von den prächtigen Tieren.
Wenn schon dass Fressen kein Problem war, dann musste aber doch die Zucht schwierig sein; es soll sich ja schließlich um einen problematischen Fisch handeln.
Vorsorglich hielt ich Rücksprache mit einem VDA-Züchter (Herrn Manfred Rank, dem ich auf diesem Wege auch danken will), der schon längere Zeit Dermogensy pusillus züchtet.
Der schrieb einleitend in seiner Antwort: “Es gibt nichts Einfacheres als diesen Fisch nachzuzüchten.”

Prima, also probieren wir es einmal.

Ca 4 Wochen nachdem ich die Fische erstanden hatte, bekam das Weibchen, das deutlich größer als das Männchen ist, einen Bauchansatz. Sollte es tatsächlich schon Nachwuchs in sich tragen?

Schnell überführte ich vorsichtig das Weibchen in ein 10 l Aquarium. In diesem Aquarium befand sich neben der erforderlichen Technik (Heizer, HMF) nur eine Handvoll Schwimmpflanzen, damit das Weibchen etwas Deckung hatte und nicht so scheu wurde.
Ich musste nicht lange warten. Genau einen Tag! Dann war es soweit, das Weibchen gebar ca. 30 Junge.

von Oben

Foto© Henry Buchmann

Aufzucht

Das Weibchen wechselte wieder in das Hälterungsbecken und die Jungen verblieben im 10 l Becken. Was sollte ich jetzt den Jungen füttern? Artemia wäre ja eine Möglichkeit, die aber sehr schnell zu Boden sinken und vermutlich von den jungen Halbschnäblern, die ja ausgesprochene Oberflächenfische sind, nicht erreicht werden. Aber auch hier weit gefehlt!
Der Nachwuchs fraß die Artemia auch knapp über der Bodenscheibe sehr gierig. Das gleiche gilt für Grindal, fein zermahlenes Flockenfutter und feines Granulatfutter.

Zwischenzeitlich habe ich bereits 4 verschiedene “Würfe” in unterschiedlichen Aufzuchtbecken schwimmen. Bislang ohne einen einzigen Ausfall!
Wichtig erscheint mir allerdings, dass man die Aufzuchtbecken nicht zu stark besetzt, da selbst die jüngsten Halbschnäbler streitsüchtig sind und ein kleines Revier für sich beanspruchen.

Zwei Todesfälle möchte ich aber nicht verschweigen. In meiner Ungeduld habe ich 3 junge Halbschnäbler bei einer Größe von ca 2,5 – 3 cm in mein Gesellschaftsbecken (150×50×50 cm) überführt.
Hier fielen sie sofort aufgrund ihrer sehr hellen Farbe auf. Da sie auch sehr schlank waren hielten meine Epiplatys dageti (Querbandhechtlinge) sie wohl für Futter und knabberten sie an, so dass zwei verstarben. Nachdem die “Dageti” jedoch bemerkt hatten, dass die jungen Halbschnäbler als Futter doch etwas zu groß sind, ließen sie den dritten Halbschnäbler in Ruhe. Auch bei 3 weiteren jungen Halbschnäblern verlief das Umsetzen ins Gesellschaftsbecken ohne Probleme.

Geschlechtsunterschiede

Leider kann ich zur Unterscheidung der Geschlechter noch keine genauen Angaben machen.
In verschiedenen Büchern steht hierzu, dass die Afterflosse der Weibchen größer ist als die des Männchens. Das ist wohl so. Allerdings habe ich hierauf nicht sonderlich geachtet, da ich meine Tiere immer aufgrund der Größe und des Verhaltens als Männchen oder Weibchen unterscheiden konnte.
Bei meinen erwachsenen Tieren ist das Weibchen deutlich größer und fülliger als das Männchen. Und was auch noch sofort ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass das Männchen stets hinter dem Weibchen, etwas unterhalb schwimmt. Jede Bewegung des Weibchens macht das Männchen so dann mit. Es hat den Eindruck, dass das Männchen immer die Afterflosse des Weibchens im Auge hat um allzeit zur Begattung bereit zu sein.

Jürgen

 

. o O * top * O o .

 

  1. am 17.09.05 schrieb walter gurker :

    ich züchte halbschnäbler seit ca.20 jahren falls du fragen hast lass es mich wissen


  2. am 29.09.05 schrieb christoph :

    Hallo,

    auch ich habe seit ca. 1 Jahr Halbschnabelhechtkärpflinge.
    Ich stimme dem Artikel voll zu. Er bestätigt auch meine Erfahrungen mit diesem possierlichen Fisch.
    Ich halte 4 Männchen mit 1 Weibchen und 1 Jungfisch in einem 54Liter Becken.
    Die Männchen haben ihre Reviere gebildet, aber eines schwimmt permanent hinter dem Weibchen her.
    Vorher hatte ich die Fische zusammen mit Beilbäuchen in einem anderen Becken, aber seitdem die dermogenys pusillus Zahl von einem Exemplar anstieg, war jeden Morgen ein toter Beilbauch in meinem Becken.
    Jetzt leben die Hechtschabelhechtkärpflinge, wie gesagt, in einem 54Liter Becken und es schwimmen bereits wieder einige Millimeter große Babyfische zwischen den Wasserlinsen umher.
    Ein wirklich schöner und interessanter Fisch!

    Gruß

    Christoph



  3. am 25.10.05 schrieb Jennifer :

    Guten Tag, geehrte Herren,

    ich bin erstaunt über Ihre Erfahrungswerte, die klingen alle so einfach! Mein Hechtschnabel frisst Trockenfutter (oder insgesamt betrachtet alles was nicht auf der Wasseroberfläche zuckt) gerade nur so, um zu überleben. Ich habs ausprobiert, nach wenigen Tagen sah mein Fisch aus wie ein Streichholz.So habe ich ihn übrigens auch in Düsseldorf erhalten, er sah ziemlich massakriert aus und wurde in einem gaaanz kleinen Becken mit ca 5-8 Männchen gehalten, war scheu, zurückhaltend, dürr und hatte einen komisch deformierten Unterschnabel. Ich habe hierzu in vielen Foren gelesen, er müsse ein kleines Bäuchlein haben und die hechttypische Fettflosse, wenn der Schnabel unten am Ende dick ist, hat er ihn sich gebrochen oder dies sei eine Mangelerscheinung, beheben könne ich dies mit ausreichend Protein, Chitin und was weiss ich nicht noch alles. Grundsätzlich füttere ich ihn “von Handâ€? mit Obstfliegen, Minispinnen, Ameisen, Blattläusen, was eben so an Insekten zu finden und jahreszeitlich bedingt vorhanden ist bzw. in sein Maul passt (alle anderen Fliegenarten z. B. haben zu wenig Nährstoffe). Solange sich das Futter bewegt, schnappt er nach allem (anfangs allerdings hatte ich den Eindruck, er muss das erst lernen, also viiiel Geduld mitbringen). Gut, wenn ich ihn hungern lasse, frisst er auch Trocken- oder Frostfutter. Das ich hier lese, dass Sie mehrere Männchen in einem 54 l Becken halten (ich weiss ja nicht genau, wie alt die sind) wundert mich ebenfalls. Haben Sie schon einmal gesehen, mit was für einer Wucht Ihre Fische wahrscheinlich vor die für ihre Geschwindigkeit viel zu schnell vorhandenen Enden des Aquariums krachen? Meiner würde dies zumindest tun. Wenn Sie mal ne gaaanz kleine Spinne auf die Wasseroberfläche fallen lassen können Sie richtig sehen, wie der “Anlaufâ€? nimmt kurz nachdem er “seine Flosse nochmal an der Scheibe gewetzt hat”! 100 cm länge sind grade richtig, er schiesst ganz schön schnell durch das Becken. Trotzdem finde ich es sehr interessant, alle Ihre Beiträge lesen zu können. Vielleicht sehe ich die Haltung meines Hechtschnabels ZU eng!

    Auch das ich aus lauter Verzweiflung ein zweites Männchen erstanden hatte (Mädels waren mehrere Monate nirgends aufzufinden)war in meinem Becken keine gute Idee. Mein “Alterâ€? hätte den neuen schlichtweg umgebracht, da war nix mit Revierbilden oder die Wasseroberfläche “teilenâ€?. Der ist völlig ausgeflippt! Ausserdem ist er insgesamt nicht besonders gesellig. In der gesamten oberen Beckenhälfte (na ja, ca 4-5 cm unter der Oberfläche) hat er meine Leopardbärblinge gejagt (hey, die sind auch schon gute 4-5 cm lang!), die haben jetzt ein neues Becken gekriegt (er ist eben ein Kämpfer :-D). Nun denn, in einigen Wochen hoffe ich endlich Damen ersteigern zu können. Dann werde ich es auch mal mit Nachwuchs versuchen. Ich geniesse es, dieses aparte Tier zu beobachten und bin gespannt, wie sich die Weibchen dieser Art verhalten werden und vor allem, wie sich mein Männchen verändern wird.

    Viele Grüße an Euch alle

    Jennifer



  4. am 26.10.05 schrieb Jürgen :

    Hallo Jennifer !

    Ihre Erfahrungen, die sie schildern decken sich mit vielen Einträgen im Internet.
    Mit diesem Hintergrundwissen habe ich meine Halbschnäbler erstanden und war sehr erstaunt, wie pflegeleicht diese waren.
    Was die gebrochenen Schnäbel angeht, habe ich in meinen Aufzuchtbecken auch welche. Meiner Meinung passiert dies, wenn sie sehr schreckhaft sind und gegen die Seitenscheiben “knallen”.
    Es wachsen aber auch so immer wieder Nachzuchttiere auf, die längerer Schnäbel haben als andere.
    Bezüglich der Aggressivität untereinanader ist das – so vermute ich – wie auch bei vielen Zwerbuntbarschen. Befinden sich in einem kleinen Becken nur zwei Männchen, bekriegen diese sich. Wird die Anzahl der Männchen dann deutlich erhöht, erlischt die Aggressivität bzw. verteilt sich auf sämtliche Tiere, so dass es nicht so dramatisch ist.
    Was das Futter angeht, ist es bei meinen Tieren wie im Bericht geschrieben. Die fressen alle gängigen Futtersorten und wenn ich nicht Einhalt gebiete, würden sie “platzen”.
    Schade, dass sie nicht bei mir in der Nähe ( Dillingen ) wohnen, sonst würde ich Ihnen gerne einige Nachzuchttiere abgeben und wäre auf ihre folgenden Erfahrungen gespannt.

    Jürgen



  5. am 28.10.05 schrieb Jennifer :

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung!!!!

    Das mit dem längeren Schnabel kann ich bestätigen. Entgegen aller bisher gefundenen Pusillus Bilder sowohl im Internet als auch in Büchern (und da habe ich auch in Antiquariaten eine ganze Menge gefunden, vor allem sehr viele alte Zeitschriften wie DATZ, Aquarium etc. aber auch Studien der Universität und des Aquazoos Düsseldorf) hat mein Fisch einen extrem langen Unterkiefer. Ich hatte mich schon gefragt, ob ich vielleicht doch zuviel Chitinpanzer ;-D im Laufe der Zeit verfüttert habe. Ist der Fisch ganz oben auf dem Bild eigentlich ein Männchen? Manche schreiben im Internet, das Männchen stärker rot gefärbte Flossen haben als Weibchen, woraus ich schliesse, dass rot auch bei den Mädels vorkommt?!? Und noch eine Frage: Auf sämlichen Bildern haben alle Fische schwarze Augen. Meiner hat silberne, da scheint nur ein wenig schwarz am Rand durch (und es liegt auch nicht am Lichteinfall), blind ist er auch nicht. Aber nochmal wegen der gebrochenen Schnäbel: Gerade deshalb meinte ich ja, dass ein 54 l Becken zu klein bzw. zu kurz ist. Was machen Sie eigentlich mit den Nachzuchttieren? Bin fest davon überzeugt, dass ich auch Nachwuchs bekommen werde, bloss was mache ich damit? Zwei unserer hiesigen Aquariengeschäfte würden die abnehmen, aber ich würde niemals einzelne Männchen abgeben wollen, also wenn nur als kompletten Harem. Zwangsweise werden da wohl Männchen übrig bleiben!

    Habe jetzt auch ein Trockenfutter gefunden, das mein Fisch einigermassen annimmt, Krill etwas kleingehackt, nicht zerrieben. Füttern Sie damit auch? Welche Trockenfuttersorten verwenden Sie denn so? löchermitfragen

    Jaaa, schade das Dillingen so weit ist. Nicht wegen der Tiere, die Sie mir netterweise abgeben würden (ich erhalte in drei Wochen welche aus dem Aquazoo Düsseldorf da freue ich mich riesig drauf), würde gerne mal bei Ihnen vorbeischauen und die Bedingungen der Tiere und ihr Verhalten betrachten. Vielleicht ergibt sich ja für mich in Zukunft eine Gelegenheit, bei Ihnen vorbeizuschauen. Bin regelmässig zusammen mit meinem Mann in Sachen Hobby in Deutschland unterwegs. Vielleicht kommen wir gelegentlich auch einmal an Dillingen vorbei.

    Viele Grüße nach Dillingen

    Jennifer



  6. am 31.10.05 schrieb Jürgen :

    Hallo Jennifer !

    Gerne antworte ich auf Ihre Fragen, will aber nochmasl betonen, dass ich sicherlich bezüglich der Halbschnäbler kein Fachmann bin, sondern eigentlich ein Anfänger.

    Auf ihren Beitrag hin bin ich mir nochmals meine Nachzuchttiere genau anschauen gegangen. Alle Tiere haben auffllend große helle ( weiße ) Augen mit deutlich mittig liegender schwarzer Pupille.

    Männchen und Weibchen zu unterscheiden fällt mir bei den Jungtieren sehr schwer. Was das Rot an den Flossen angeht kann ich keine Unterschied zwischen Männchen und Weibchen feststellen. Meine Zuchttiere ( 2 Weibchen und ein Männchen zur Zeit )haben alle drei rot in der Afterflosse. Bei den Weibchen ist der erste Strahl ( vom “Schnabel” aus gesehen ) rot; bei dem Männchen kann ich das leider nicht so genau sagen, da es im Gegensatz zu den Weibchen die Afterflosse nicht “aufklappt”.

    Die Zuchttiere halte ich in einem 90 l fassenden Becken, dass eigentlich als Zuchtbecken für eine Rineloricaria-Art eingerichtet und genutzt wird. Würde ich nur die Jungefische rausfischen, die die beiden Weibchen so alle 6-8 Wochen werfen, hätte ich schon einige hundert Jungfische.
    Da ich aber für die Aufzucht nur ein Bekcen ( 40×40x20 cm ) zur Verfügung habe, muß ich mich auf ca 30 Nachzuchttiere beschränken. Die Nachzuchttiere verkaufe ich auf unserer Vereinsbörse; bislang aber mit nur bescheidenem Erfolg. Ein “Massenfisch” wird es wohl nie werden.
    Übringes was kosten denn die Tiere in Ihrer Gegend im Handel ?

    Wie füttere ich meine Tiere. Zunächst einmal mit Flockenfutter ( Tetra rubin und Tetra min ) dann mit Granulatfutter eines tschechischen Herstellers. In letzter Zeit habe ich mir eine Futterzucht Drosophila hydei zugelegt. Zusätzlich Lebendfutter kann sicherlich nur förderlich sein.

    Sie schreiben, dass Ihre Tiere sogar Leopardbärblinge ( 4-5 cm ) gejagt hätten. Ehrlich gesagt kann ich mir dass gar nicht richtig vorstellen. Die Halbschnäbler haben nur einen sehr engen Schlund und können nur kleine Nahrung verschlingen.
    Z.B. die Drosophila ( ich habe die größere Art hydei )können nur die ausgewachsenen Halbschnäbler fressen und selbst diese müssen damit schon kämpfen.

    Gruß

    Jürgen



  7. am 1.11.05 schrieb Jennifer :

    Hallo Jürgen,

    also ich habe auch nochmal die Augen meines Fisches angeschaut und verschiedene Lichtmomente ausprobiert. Er hat definitiv silberne Augen und ist nicht blind. Keine Ahnung, warum dies so ist, ich werde in ein paar Wochen mal im Aquazoo die Zoologen befragen, vielleicht haben die eine Antwort darauf. Es gibt auch Studien der Uni Düsseldorf, Münster, München über das Verhalten von Wasserarten unter bestimmten Lichtfaktoren (anhand des Beispieles u. a. Pusillus). Vielleicht finde ich da ja auch eine Antwort. Ausserdem gibt es eine Veröffentlichung im Internet Zitat der Überschrift “Vergleichende Untersuchungen an der Netzhaut von Atheriniformes (Teleostei): Morphologie der äußeren Retina und spektrale Empfindlichkeit der Photorezeptoren…” ”...Hornhechte…” Na ja, das ist eher der wissenschaftliche Teil, den ich seeehr interessant finde.

    Ich habe für meinen Hechtschnabel EUR 4,90 bezahlt, er war damals ca. 5 cm lang und wie gesagt in einem desolaten Zustand. Die Fische gingen dort schneller weg, als ich anfangs dachte (8 Männchen innerhalb von ca. 10-12 Arbeitstagen). Laut dem dortigen Angestellten alle als Einzeltiere verkauft und er meinte, er wäre an die Tiere als Beifang einer Lieferung gekommen, bestellt waren die nicht. Auf meine Nachfrage sagte er, es sei fragwürdig, ob er bei diesem Lieferanten welche “nachbestellen” könnte. Wenn Sie mögen, kann ich es ja mal ausprobieren. Ich war nicht mehr scharf darauf nachdem ich mich mit dem von mir erworbenen Tier näher beschäftigte und feststellte, dass bisher eher “kaltblütig” mit der Gattung umgegangen wurde. Solchen Leuten wollte ich keinen Pfennig mehr in den Rachen schieben!

    Der Aquazoo nimmt grundsätzlich kein Geld im Sinnes eines Verkaufes für Fische, eher eine Obolus in Form einer Spende, der frei wählbar ist.
    Ich glaube nicht, das mein Pusillus die Bärblinge ernsthaft fressen wollte, ich glaube er wollte eher sein Revier verteidigen, was er ja auch erfolgreich tat. Das ganze ging mir auf die Nerven weil die sehr quirlingen Bärblinge nun weiter unten im Becken alle anderen Fische aufmischten und da habe ich sie umgesetzt. Seitdem ist Ruhe (ich brauche auch nicht mehr so viele Fruchtfliegen ;-D ).

    Gruß nach Dillingen

    Jennifer



  8. am 11.01.06 schrieb Sabine :

    Hallo Jürgen!

    Ich “züchte” auch eher zufällig Halbschnäbler – läßt sich ja nicht vermeiden – man braucht eh nichts dazu tun.
    Faszinierend ist, wie schnell die Jungen wachsen.
    Leider sind sie doch untereinander ziemlich unverträglich. Ich habe versucht 4cm Junge zu älteren Geschwistern zu geben – mußte sie wieder trennen. Also “Wurfweise” halten – die vertragen sich recht gut.
    Ach ja, der Unterschied Männchen – Weibchen. Hast du ihn schon entdeckt? Also mir ist aufgefallen, dass die Männchen eine stark rötliche Afterflosse haben, die Weibchen fast durchsichtig. Stimmt bei mir jedenfalls immer. Man erkennt es schon recht früh, ab 2-3cm Länge.

    Viele Grüße
    Sabine



  9. am 11.01.06 schrieb Jürgen :

    Hallo Sabine !

    Ich erkenne Männchen und Weibchen zwischenzeitlich ebenfalls an der Afterflosse. Hierbei auffalllend: Die Männchen haben die Afterflosse immer angelegt und die Weibchen “aufgeklappt”, so dass man sie richtig als Flosse erkennt.

    Überprüfe das bitte einmal bei Deinen Fischen, ob Du dies bestätigen kannst.

    Gruß

    Jürgen



  10. am 18.01.06 schrieb SergiusPro :

    Woran genau erkennt man den “Bauchansazt” beim Weibchen? Denn manchmal, wenn das Weibchen gut gefressen hat, sieht es nämlich auch ganz kräftig aus. Also, bei meinem Weibchen bin ich mir momentan nicht sicher, ob es einen Bauchansatz bekommen hat oder dass es einfach sehr üppig zu essen kriegt und schlicht und einfach “dick” geworden ist. Kann mir jemand hier damit helfen?


  11. am 24.01.06 schrieb SergiusPro :

    Keine Sorgen! Das Weibchen hat am Sonntag geworfen! Es sind 12 Kleine auf die Welt gekommen. Jetzt fressen sie so richtig gierig, und zwar Baby-Trockenfutter von drei Sorten. Alles prima. :-)


  12. am 24.01.06 schrieb Jürgen :

    Hallo !

    Es freut mich, dass es mit der Nachzucht geklappt hat.
    Obwohl die Nachzuchttiere “drei Sorten Baby-Trockenfutter” gierig fressen, würde ich auch noch Artemia-Nauplien dazu füttern.

    Gerade Fehler bei der Fütterung, die man in den ersten Lebenstagen macht, können später nicht wieder ausgeglichen werden.

    Gruß

    Jürgen



  13. am 7.04.06 schrieb Michael :

    Hallo,
    ich habe seid heute Nachwuchs und habe alle Fische die den kleinen gefährlich werden können umgesiedelt ausser die Mutter. Sie macht den Eindruck ihre kleinen zubeschützen!? Oder sollte ich die Mutter auch Umsiedeln?
    Gruß Michael



  14. am 7.04.06 schrieb Jürgen :

    Hallo Michael !

    Leider kann ich dir hierzu keine eindeutige Antwort geben.
    Ich habe zwar in meinen Becken noch nie beobachtet, dass die Mutter ihren Kleinen gezielt nachstellt; selbst dann nicht, wenn sie ihr vor`s Maul schwammen; allerdings kann ich nicht ausschließen, dass die Mutter nicht den einen oder anderen Jungfische schnappt, wenn ich mal wegschaue.

    Um sicher zu gehen, würde ich die Mutter umsetzen.

    Gruß

    Jürgen



  15. am 9.04.06 schrieb Michael :

    Hallo Jürgen,

    danke für die schnelle Antwort.
    Ich habe das Muttertier dann auch lieber umgesetzt !

    Gruß
    Michael



  16. am 9.04.06 schrieb Michael :

    Hallo Jürgen,

    leider konnte ich im Internet keine Angaben zu den Wasserwerten die die Fische benötigen finden!?
    Vielleicht könntest du mir da auch weiterhelfen ?

    M.f.G. Michael



  17. am 9.04.06 schrieb Jürgen :

    Hallo Michael !

    Hierzu kann ich dir leider keine allgemein gültige Antwort geben.
    Allerdings bin ich der Meinung, so genügsam wie diese Fische sind, dass sie die Wasserwerte betreffend sehr anpassungsfähig sind.
    Hier meine Wasserwerte ( reines Leitungswasser , in denen ich die Halbschnäbler halte:
    pH: 8,15
    Nitrat: 25 mg/l
    Leitwert: ca 460
    GH: 12
    KH: 3-4

    Wie du schon an diesen Werten siehst, ist unser Leitungswasser nicht gerade als ideales Aquarienwasser anzusehen.

    Viel Erfolg mit den Halbschnäblern und ich hoffe, dass ich dir ein wenig weiterhelfen konnte.

    Gruß

    Jürgen



  18. am 22.08.06 schrieb Felix :

    Hi,
    ich habe vor einem halben Jahr ein 240 Liter Becken von einem Bekannten geschenkt bekommen und bin seitdem sehr begeistert von der Aquaristik. So kam es, dass ich eines Tages auf die schönen Halbschnäbler gestoßen bin und mir zwei Weibchen und ein Männchen (alle die in dem Geschäft da waren) gekauft habe. Nach zwei Tagen allerdings verschwand das Männchen spurlos und einen Tag später auch eins von den Weibchen. Da in dem Becken nur einige Guppyà‚´s (Futterfische), kleine Grundeln, Dornaugen usw sich tümmeln, kann ich mir nicht vorstellen dass die Schnäblinge diesen zum Opfer gefallen sind. Das Aquarium hat zudem eine Abdeckung, was ein “Raushüpfen” unmöglich macht. Auch der Außenfilter hat sie nicht verschluckt. Wie gesagt, der kleinste der drei Halbschnäbler schwimmt vergnügt im Becken und soll auch bald wieder Gesellschaft bekommen! Da hier “Halbschnäbler-Profis” am Werke sind, möchte ich hier um Rat bitten. Fressen sich die Halbschnäbler untereinander auf?

    Grüße aus München

    Felix



  19. am 22.08.06 schrieb Jürgen :

    Hallo Felix !

    Erstens: Die Halbschnäbler sind wirklich gute Springer und finden jede kleine Öffnung, durch die sie das Aquarium verlassen können.

    Zweitens: Als ich einmal Halblschnäbler in mein Gesellschaftsbecken setzte ( 375 Liter )verschwanden von 5 drei.
    Was mit den ersten beiden passierte habe ich nicht gesehen, aber das Schicksal des dritten konnte ich leider miterleben.
    Vermutlich durch ihre helle “Farbe”, wodurch sie von den unteren Wasseregionen aus an der Wasseroberfläche gut zu sehen sind, scheinen sie ein besonderen Fressreiz auf andere Fische auszuüben.
    Hinzu kommt dann noch die schlanke Gestalt.
    Ich konnte sehen, wie ein Epiplaty dageti den Halbschnäbler attackierte und fressen wollte ( er hatte den Schwanz bereits im Maul . Dies funktionierte zwar nicht, da der Dageti genau so groß war wie der Halbschnäbler. Aber durch die Attacke wurde der Halbschnäbler getötet.Ich hätte nie gedacht, dass die Dageti die Halbschnäbler fressen würden. Ansonsten sind die Dageti sehr friedlich und vergriffen sich nicht einmal an jungen Schwertträger, die am Maul vorbeischwammen.
    Erst als ich die Dageti herausnahm, ging es den Halbschnäbler gut und ich hatte keine Verluste mehr.

    Vielleicht ist es bei dir ähnlich. Selbst Fische, von denen man es nicht so richtig glauben kann, könnten die Halbschnäbler zum fressen gern haben.

    Ansonsten habe ich keine Erklärung, wo deine Halbschnäbler hin verschwunden sein könnten. Bislang hatte ich noch nie Verluste durch Umsetzen.

    Gruß

    Jürgen



  20. am 22.08.06 schrieb Felix Hankewitz :

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Ich schreibe meine zweite Mail einfach nochmal weil sie nicht aufgetaucht ist.

    Ich kann mir weiterhin nicht erklären welchem anderen Beckenmitbewohner die Halbschnäbler zum Opfer gefallen sein können. Der einzige Fisch der größer ist ist ein Wels der brav das Becken säubert. Auch durch die Öffnung durch die der Zu- bzw. Ablauf der Filteranlage erfolgt sind die Fische nicht entkommen. Konnte sie nicht auf dem Boden finden. Auch hinter der Beleuchtung war nix aufzufinden.
    Trotzdem möchte ich gerne noch ein paar Halbschnäbler in mein Becken setzen, doch gestaltet sich die Suche nach diesen Fischen in München sehr schwer. Kannst Du mir sagen wie ich an Infos gelange wo denn in München oder Umkreis Fischbörsen oder sonstige Veranstaltungen stattfinden.

    Vielen Dank und Grüße aus München

    Felix



  21. am 22.08.06 schrieb Henry.B :

    Hallo Felix

    Schau mal unter VDA Veranstaltungen(-:
    einfach Postleitzahl und Monat + Radius eingeben und du findest deine Börse

    unter www.vda-online.de kannst du auch nach Züchtern in deiner Umgebung suchen.

    Gruß Henry



  22. am 23.08.06 schrieb Felix :

    Hallo Henry,

    vielen Dank für die Info!! Klasse!!

    Grüße

    Felix



  23. am 21.09.06 schrieb Christian :

    Hallo Leute,

    weis vielleicht jemand wo man diese Tiere bekommen kann? Ich komme aus dem Raum Stuttgart.

    Grüße
    Christian



  24. am 16.10.08 schrieb Andreas :

    hi,
    auch wenn der letze beitrag schon ein weilchen her ist, poste ich trotzdem mal.

    ich habe die schon immer begehrt, und als ich dann zum erstenmal welche im geschäft entdeckte, kaufte ich mir gleich eine gruppe kobaltblauer halbschnäbler von 3m 3w
    für ein 1,20 m becken.
    die fische waren schon 5-6 cm gross.
    und in dem becken lebte noch ein hechtling mit 7cm und 1 pärchen prachtbuntbarsche, 20 kirschflecksalmler,15-25 mollys.

    als die hechtlinge dann ins becken kamen traute ich meinen augen nicht, als erstes schnappte sich der hechtling eines, und dann jeder von den buntbarschen noch eines. so schnell konnte ich gar net guggen. hatte keinen 5 sek gedauert. ich schnell das netz genommen wieder und fix rausgefischt die übrigen.
    den anderen war nicht mehr zu helfen.
    mir standen erstmal die tränen in den augen. solls das gewesen sein? was nun? der hechtling ist fast erstickt an dem halbschnäbler, hauptsache fressen so ein drops.
    ich hatte sogar vor her ne extra portion gefüttert für alle , damit sie satt waren :(
    was nun, fragte ich mich.also fix nen 80 liter becken aufgestellt wasser rein ein bischen deko filter reingehängt und fix die fische rein. die immer noch unter schock standen.

    seitdem schwimmen sie nun in dem becken und wachsen. aber junge gabs noch keine bei mir

    übrigens ist das becken sehr stark bewachsen