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Artemia - Wissenswertes zum beliebtesten Jungfischfutter

16.10.04  von Henry Buchmann

Vorwort

Ich wollte hier mal so zusammentragen was ich denke ganz interessant ist über Artemia zu wissen und hoffe, dass das ganze nicht so lang wird für euch.

Gruß Henry

  1. Geschichte
  2. Lebenszyklus
  3. Vermehrung
  4. Qualitätsunterschiede
  5. Schlupfraten
  6. Artemiaansatz
  7. Literatur
  8. Links

Artemia, 1 Tag alt, Auflichtaufnahme 40-fach vergrößert

Artemia-Nauplie, 1 Tag alt, Auflichtaufnahme 40-fach vergrößert

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Geschichte

Ende der 40er Jahre wurden die Artemien als Aufzuchtfutter in der Aquaristik entdeckt. Heute gehören die Artemia-Nauplien zu dem meist eingesetzten Lebendplankton zur Fisch und Crustaceenzucht (90% des Bedarfes), was einen weltweiten Bedarf an handelsüblichen Artemiazysten von über 2000 t pro Jahr verursacht. Die wohl bekannteste und größte Produktionsstätte von Artemia sind die großen Salzseen in den US Bundesstaaten Utah und San Francisco Bay. (50% der Weltproduktion) Auch andere Länder wie z.B. Kanada, Brasilien, Russland und China sind bekannt für die Produktion von Artemia. Die Preise der Zysten können je nach Ernteertrag (wenn z.B der Saltzgehalt in den Salienen absinkt oder die Zysten von Stürmen weggetragen werden ) wie der Goldpreis in die Höhe schießen.
Also nicht wundern wenn der Preis für eine Dose sich vervielfacht :-(

Bild Großverbraucherbedarf

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Lebenszyklus

Es wir zwar oft von Artemia-Eiern gesprochen aber in Wirklichkeit sind es Artemia-Zysten . Der Unterschied besteht darin, dass sie sich im Inneren nicht langsam zu einer Artemie entwickelt wie z:B ein Kücken, sondern schon bereits fertig im trockenen Zustand metabolisch inaktive Artemia-Embryos existieren, die von mehreren schützenden Hüllen umgeben sind und darauf warten, dass sich die Umweltbedingungen für sie lebenswert ändern. Gelangen sie in das für sie lebensnotwendige Salzwasser, hydratisieren sie sich, werden stoffwechselaktiv und befreien sich in ca. 8-48 h von ihrer schützenden Hülle. In den ersten Lebenstagen spricht man nun von Nauplien. Bis zur nächsten Häutung vergehen jetzt ca. 8 Stunden. In dieser Zeit können sie noch keine Nahrung aufnehmen, da ihr Verdauungssytem noch nicht ausgebildet ist. Jetzt haben sie noch einen großen Energiegehalt (genannt Instar I) Sie sind jetzt 0,4 bis 0,5mm groß.

Artemiazysten Nauplien in der Entwicklung
Artemia-Zysten Entwicklung
Nauplien kurz vor dem Schlupf Beim Schlupf
Kurz vorm Schlupf Instar I

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Instar I

Die erste Häutung findet nach ca. 8 Stunden statt, man spricht nun vom Instar II Stadium. Nun nehmen sie die erste Nahrung, deren Nahrungspartikel bis 50µm Durchmesser haben können , durch Strudeln ein wie z.B. Detritus, Bakterien, einzellige Algen.

Instar II

Jetzt ist das Verdauungssystem ausgebildet und man kann die Nauplien füttern. Sind die Nauplien zum Verfüttern bestimmt kann man ihre Qualität durch 1 tägiges Vorfüttern erhöhen. Im Aquakulturhandel gibt es kommerzielles Ergänzungsfutter auch Booster genannt. Da Artemien wie gesagt Strudler sind, können sie so auch mit Vitaminen etc angereichert werden. Man sollte aber bedenken, dass die Nauplien dabei auch schnell wachsen und für viele Fischlarven zur Aufnahme zu groß werden. Sollte einer von euch mit dem Boostern Erfahrung haben wäre ich froh, wenn ihr sie mir mitteilt (-:.
In den nächsten ca. 8 Tagen häuten sie sich ca. 15-18 mal bis sie ihre Endgröße von ca. 1cm erreicht haben.

Insta-II-Stadium Nauplie - 5 Tage alt
Insar II (3Tag) 5. Tag
Nauplie - 7 Tage alt Bild
7. Tag In Arbeit

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Nachkommenschaft

Die Weibchen tragen ihre Eier unter dem Bauch, wo sich unter normalen Bedingungen alle 4Tage ca. 300 freischwimmende Nauplien entwickeln. Erhöht sich der Salzgehalt und der Sauerstoffgehalt sinkt, entwickeln sich die Embryonen nur bis zum Gastrula-Stadium. Das heißt, es kommt zu einem metabolischen Stillstand (eine Art Winterschlaf) und um die Embryonen bildet sich eine dicke Schale, die das Weibchen nun absetzt. Nun beginnt das Spiel des Lebens von vorne.

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Qualitätsunterschiede

Qualitätsunterschiede, die sich aus ihrer geografischen Herkunft und starken saisonalen Schwankungen ergeben. Man unterscheidet die Qualität in Schlupfraten, Größe der Instar I Nauplien (hängt von dem jeweiligen Stamm ab) und ernährungsphysiologischer Qualität (die vor allem davon abhängt, was den Elterntiere vor der Zystenbildung an Nahrung zur Verfügung gestanden hat – dies ist natürlich durch die Umweltbedingungen geprägt wie Saison, Herkunft u.s.w. )

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Schlupfrate

Qualität Grad A Schlupfrate > 90%
Qualität Grad B Schlupfrate 80-90%
Qualität Grad C Schlupfrate < 80 %

Wobei meiner Ansicht nach Grad C nicht mehr zu empfehlen ist, da bei diesen immer jede Mengen Zystenschalen übrig bleiben die bei der Futteraufnahme von Jungfischen schäden im Darm verursachen können..

Ernährungsphysiologische Qualität

Energiegehalt 0,035 bis 0,075 Joule/Nauplie
Proteingehalt 38 bis 71% Trockenmasse
Fettgehalt 12 bis 30% Trockenmasse

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Pysikalische Qualität

Größe der Nauplien bis zur erste Häutung

< 430 bis 520 à‚µm

Schlupfrate

< 50 bis >90%

Schlupfeffizientz

<200.000 bis >330.000 Nauplien pro g Zysten

Schlupfausbeute

0,15 bis 0,60 g Nauplien Trockenmasse/g Zysten Trockenenmasse

Schlupfzeit

8 bis 48 h

Schlupfsynchronität

10 bis > 24 h

Literaturquellen:

Tagungsband von 3. VDA-Süßwasser-Symposium Fulda 1998

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Artemiaansatz

Um die Zysten zum Schlupf zu bringen habe ich mir mehrere Artemiakulturflaschen gebaut ( Bauanleitung ) die mit einem Liter Wasser und 1 Teelöffel Jodfreiem Speisesalz gefüllt werden.Die Flaschen stehen an einem hellen und warmen Ort neben den Aquarium und werden mit einem Luftschlauch belüftet .Ich gebe ca einen gestrichenen Teelöffel in eine Flasche .Nach ca 10 h beginnen die Nauplien zu schlüpfen .Um die Nauplien zu ernten wird der Luftschlauch aus der Flasche entnommen und die Eier steigen an die Wasseroberfläche auf und die Nauplien sammeln sich im Flaschenhals wo man sie leicht durch denn Hahn in das Artemiasieb ablassen kann.

Bemerkung:

Ich verfüttere die Nauplien bis ca. 12 Stunden nach dem Schlupf, da sie dann noch sehr klein sind und noch nicht soviel Energie durch ihre Häutung verloren haben .Als ich das erste mal Artemia ansetzte ist es mir nicht gelungen, Nauplien zu erlangen, so dass ich fast verzweifelt bin, aber wie sich später herausstellte, lag es nicht an mir, sondern an der schlechten Qualität der Nauplien.

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Literatur

Artemia Der Urzeitkrebs – mehr als nur ein Fischfutter Martina Hayo & Gerhard Schwarz, 1996, Verlag Maria Schwarz, Remagen
ISBN 3-00-000724-5; nur antiquarisch zu haben.

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gute, deutschsprachige Seite, die sehr ausführlich ist
engl. Seite über Artemia, sehr, sehr, SEHR ausführlich

 

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